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Quell der Einsamkeit

von Margaret Radclyffe Hall - ISBN 9783891370117

Taschenbuch, 572 Seiten
Veröffentlichung Jan 1991 bei Daphne Verlag
Amazon-Verkaufsrang #239014
Bewertung 4.5/5.0 bei 3 Meinungen
neu: ab 21.00 Euro
gebraucht: ab 11.99 Euro
Autor: Margaret Radclyffe Hall
ISBN 9783891370117
ISBN 3891370113 (alt)

Meinung der Redaktion zu Quell der Einsamkeit

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Kritik zu Quell der Einsamkeit

Ein eigenwilliger Klassiker. vom 02.11.2004
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 5 von 6 Besuchern hilfreich

Als Radclyffe Hall diesen Roman 1928 veröffentlichte, gab es einen Skandal. Innerhalb weniger Wochen wurde das Buch wegen seiner "Perversion" verboten. Erst in den Siebzigern wurde es wieder in Großbritannien verlegt.

Diese Fakten dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass unsere Wahrnehmung des Buches heute ganz anders ist. Es ist uns nicht nur schwer verständlich, wieso dieses Buch jemals verboten wurde, es ist auf den ersten Blick auch schwer nachzuvollziehen, wieso mehrere Lesbengenerationen so von ihm gezehrt haben. Schließlich erschien auch "Orlando" im gleichen Jahr und bot eine viel aufregendere Geschichte.

Was den "Quell der Einsamkeit" aber so besonders macht, ist die problemorientierte, sachliche Darstellung einer homosexuellen Frau. Stephen hat die Erscheinung eines Mannes, sucht intimen Kontakt zu Frauen und ist trotz Schönheit und Reichtum zu einem einsamen Leben am Rande der Gesellschaft verbannt. In ihrer Verbittung findet sie nicht einmal in der Pariser Bohème (Natalie Barney's Kreis nachempfunden) einen Halt. Da ist in der Tat viel Autobiographisches, aber da ist auch viel Zeitgeist drin. Radclyffe Hall hat sich sehr mit den Schriften von Havelock Ellis, Krafft-Ebing und anderen zum Thema sexuelle Inversion auseinandergesetzt. Sie versuchte in diesem Roman ein den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Zeit entsprechendes Selbstbild einer lesbischen Frau zu zeichnen und genau das ist das Revolutionäre an diesem Buch. Als eines der ersten Werke "aus Sicht der Betroffenen" unterstützt es nämlich die Wahrnehmung von Sexualität als Individualität. Stephen steht nicht nur ein bißchen auf Frauen (wie andere Werke der Zeit sowas darstellten), sie begreift ihre Liebe zu Frauen als fundamentalen Unterschied zwischen sich selbst und den anderen. Ihr ganzes Wesen wird von Kindesbeinen an dadurch geprägt, dass etwas mit ihr "nicht stimmt". Als Außenseiterin, Künstlerin, Alleinstehende und am Krieg teilnehmende Frau bestimmt dieses Anderssein ihr ganzes Wesen, ihre Identität. Damit war sie sozusagen die erste literarische Figur, die von sich sagen konnte "Ich bin eine Lesbe." und das nicht nur in Bezug auf ihre Bettgeschichten, sondern als Aussage über ihre ganze Person.

Man kann über dieses Buch noch jede Menge mehr sagen, vor allem angesichts der aktuellen Gender-Diskussion, aber ich laß das mal und weise nur kurz auf Folgendes hin: Das Buch ist lang und manchmal langatmig. Es enthält keine Sexszenen. Radclyffe Hall war eine brauchbare Schriftstellerin aber kein Genie. Wer Schmachtfetzen will, dem empfehle ich Sarah Waters. Dieses Buch hier ist für Menschen mit Zeit und Einfühlungsvermögen.

Weitere ISBN:
978-3-891-37011-7, 978-3-8913-7011-7
978-3-89137-011-7, 978-3891370117, 978-3-89-137011-7
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