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Regenzauber: Auf dem Niger ins innere Afrikas

von Michael Obert - ISBN 9783894052492

Taschenbuch, 567 Seiten
Veröffentlichung Aug 2007 bei National Geographic Taschenbuch
Amazon-Verkaufsrang #82234
Bewertung 4.5/5.0 bei 14 Meinungen
neu: ab 11.90 Euro
gebraucht: ab 7.49 Euro
Autor: Michael Obert
ISBN 9783894052492
ISBN 389405249X (alt)

Meinung der Redaktion zu Regenzauber: Auf dem Niger ins innere Afrikas

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Kritik zu Regenzauber: Auf dem Niger ins innere Afrikas

Don du Rien - Geschenk des Nichts vom 28.07.2008
Bewertung: 1 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 1 von 1 Besuchern hilfreich


Obert verfügt über große Erzählkunst. Leider opfert er sie der Beschreibung von Aberglaube und Magie. Er erkundet den gesamten Lauf des Nigers ohne Rücksicht auf Gefahren, wenn man ihm glauben kann, denn er nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau. Das gibt er ja selber zu, er belügt die Einheimischen immer wieder, wenn es seinem Interesse dient. Warum sollte er also nicht auch den Leser belügen? Ich habe Schwarzafrika selber bereist. Vielleicht blendet der Bericht von Lesern, die Schwarzafrika nicht kennen. Aber da stimmt einiges nicht überzeugend.
Was der Autor überhaupt nicht begriffen zu haben scheint, ist, dass der Aberglaube der Westafrikaner einer der Faktoren ist, die den Fortschritt verhüten und verantwortlich ist dafür, dass sich die Afrikaner stattdessen Mord und Totschlag und anderen Freizeitbeschäftigungen hingeben. Der Glaube und die Praktizierung von magischen Kulten lähmt ihre Kräfte und Begabungen, macht sie anfällig für Krankheiten. Der Autor mischt dabei munter mit und ermuntert diejenigen, die das Pech haben ihm über den Weg zu laufen noch dazu ihre selbstzerstörerischen Praktiken beizubehalten. Eine Art Entwicklungshilfe, die die Menschen dort sicherlich nicht brauchen. Obert verdeutlicht mit seinem Buch immerhin welch ein verdunkelter Kontinent Afrika ist und warum der Kontinent immer mehr ins Chaos versinkt. Aber ich befürchte, dass das viele Leser gar nicht recht bemerken. Anscheinend liegt die Misere Schwarzafrikas auch daran, dass keine rechte Hilfe von außen kommt und man ihre Probleme eben nicht richtig versteht. Da wird dann Afrika schon mal als Abenteuerland missbraucht. Aber Abenteurer sind das was Afrika sicher nicht braucht. Die Menschen selber sind zu sehr verstrickt in ihre Tradition, die allenfalls dem Clan Gutes will. Man erfährt vom Autor viel über die Hilflosigkeit und Verzweiflung dieser Menschen, ihrer Ausweglosigkeit, dem Leiden und Fürchten in diesem dunklen, unverständlichen, schizophrenen Schwarzafrika. Vieles liest sich konstruiert, bemüht, das Interesse für die Natur nimmt man ihm nicht so recht ab, weil ihre Beschreibung nüchtern bleibt. Betrachtet man seinen Umgang mit den Afrikanern: Sympathie für die Eingeborenen sieht anders aus. Er bestärkt sie eher mit seinem Verhalten in ihrem sinnlosen und rückschrittlichen Tun.
Es ist schade, aber Reisebücher mit Tiefgang, die ein Spiegel der Wirklichkeit sind, und diese Wirklichkeit auch erklären können, sind selten. Regenzauber gehört nicht dazu. Die früheren Forscher suchten nach geographischen Gegebenheiten, ein Livingstone brachte sein medizinischen Kenntnisse und befreite die Eingeborenen von Aberglaube und Magiekult. Obert und Gleichgesinnte suchen nur ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Ihr Ansinnen ist eitel und unwürdig, muss man befürchten.

Weitere ISBN:
978-3-894-05249-2, 978-3-8940-5249-2
978-3-89405-249-2, 978-3894052492, 978-3-89-405249-2
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