Rot und Schwarz: Chronik aus dem 19. Jahrhundert. Roman
von Stendhal - ISBN 9783423135252
Broschiert, 880 Seiten
Veröffentlichung Dec 2006 bei Dtv
Amazon-Verkaufsrang #13795
Bewertung 4.5/5.0 bei 6 Meinungen
neu: ab 14.90 Euro
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Autor: Stendhal
ISBN 9783423135252
ISBN 3423135255 (alt)
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Kritik zu Rot und Schwarz: Chronik aus dem 19. Jahrhundert. Roman
Porträt nachnapoleonischen Landlebens vom 17.07.2008
Bewertung: 4 von 5 Sternen
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Im Grunde ist dies eine einfache Geschichte. Der Handwerkerssohn Julian Sorel schlägt aus der Art, weil er sich mehr zu Büchern als zum Handwerk hingezogen fühlt und lernt, protegiert vom alten Pfarrer, das lateinische Neue Testament auswendig, was ihm als Gebildetem eine Erzieherstelle beim Bürgermeister einbringt, wo er reüssiert und zum Geliebten der Bürgermeistersgattin wird.
Als der Skandal ruchbar wird, muss er das Dorf verlassen und ins Priesterseminar fliehen.
Am Ende findet Sorel durch Protektion Zugang zu einer Sekretärstelle bei einem Landadeligen, wo er zum Geliebten von dessen Tochter wird. Der Versuch, diese zu heiraten, führt ihn dann am Ende ins Verderben, d. h. aufs Schafott.
Hinter dieser eindimensional und manchmal etwas langatmig erzählten Geschichte verbirgt sich ein Porträt des französischen Landlebens der nachnapoleonischen Ära von 1830, einer Gesellschaft, in der der König mitsamt Adel wieder die altvorderen Rechte beanspruchen und wie vorher in Saus und Braus leben und sich übers gemeine Volk erheben.
Stendhal geißelt die Korruption der Funktionärskaste ebenso wie er die Unfähigkeit der öffentlich Bediensteten karikiert.
Insbesondere der Klerus bekommt diesen kritischen Blick zu spüren. Die katholische Kirche Stendhals führt ein Regiment wie später die Stasi, Spitzeleien und gegenseitige Verachtung sind im Priesterseminar an der Tagesordnung, Heuchelei ist die hervorstechendste Tugend und die meisten dummen Bauernburschen widmen sich der kirchlichen Berufung, weil sie dort leichter zu ihren Mahlzeiten kommen als durch ihrer eigenen Hände Arbeit.
Stendhal beschreibt dies alles in einer Form milden Spotts, nicht der kritischen oder bösartigen Anklage. Sein Protagonist ist alles andere als untadelig, Selbstzweifel und charakterliche Mängel werden ebenso offenkundig wie seine Tugenden.
"Rot und Schwarz" ist eine Art französische und männliche "Anna Karenina", ohne allerdings deren Komplexität und Vielschichtigkeit zu erreichen. Insbesondere der eindimensionale Erzählstil führt vorwiegend im schwächeren letzten Drittel, der das Schicksal des Helden beim Landadel schildert, zu Ermüdungserscheinungen, wenngleich das Buch einen doch bis zum Ende gefesselt hält.
978-3-423-13525-2, 978-3-4231-3525-2
978-3-42313-525-2, 978-3423135252, 978-3-42-313525-2
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