Schmerzgrenzen: Unterwegs mit Ärzte ohne Grenzen
von Petra Meyer - ISBN 9783579069791
Gebundene Ausgabe, 189 Seiten
Veröffentlichung Mar 2008 bei Gütersloher Verlagshaus
Amazon-Verkaufsrang #6178
Bewertung 5.0/5.0 bei 1 Meinungen
neu: ab 16.95 Euro
gebraucht: ab 15.01 Euro
Autor: Petra Meyer
ISBN 9783579069791
ISBN 3579069799 (alt)
Die Redaktion hat noch keinen Eintrag verfasst.
Kritik zu Schmerzgrenzen: Unterwegs mit Ärzte ohne Grenzen
Hilfe an der Grenze, fern der Heimat vom 04.04.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 14 von 14 Besuchern hilfreich
Dieses Buch ist ein so authentisches, ehrliches Werk, dass man es sogleich jedem irgendwie verantwortlichen Menschen als Pflichtlektüre an die Hand geben möchte. Wie der Titel "Schmerzgrenzen" andeutet, handelt das Buch von den manchmal kaum mehr zumutbaren Zuständen in Krisenregionen, wie sie von der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" weltweit vorgefunden werden. Sorgfältig recherchiert mit wirkungsnahen Berichten von direkt an der Basis (und manchmal auch an der Front) befindlicher Helferinnen und Helfern, zeigt die Autorin Petra Meyer die oftmals schockierenden Schmerzgrenzen auf. Die Berichte gehen wirklich unter die Haut und zeigen fern des medialen Tagesgeschäftes auf, wie gefährlich und belastend die Arbeit von "Ärzte ohne Grenzen" vor Ort ist.
Exemplarisch an Angola, Kolumbien, Irak, Niger, Sudan, Malawi oder Sierra Leone orientiert, werden die unterschiedlichen Einsatzthemen offensichtlich gemacht. Mal steht die medizinische Hilfe bei AIDS/HIV oder Unterernährung im Vordergrund, mal ist es die Betreuung bei Vertreibung, die Seuchenbekämpfung oder die psychologische Betreuung.
Die 7 Helfer/-innen (nicht nur Ärzte, sondern auch als Krankenschwester, Sozialpädagogin, Psychologin, Mathematik-Dozentin oder Bauingenieur) berichten fesselnd von ihrer belastenden Arbeit, ihren Bedrohungen, ihren Fortschritten und Enttäuschungen sowie größeren Erfolgen, aber vor allem von ihrem Alltag, der eigentlich nie wirklich ein Alltag ist.
Kurze Ausschnitte dieser besonderen Einsätze für "Ärzte ohne Grenzen" werden außergewöhnlich lebendig erzählt und phasenweise wirkt man fast schon paralysiert aufgrund der unfassbaren Offenbarungen des Alltags als Entwicklungshelfer/-in. Die Kurzbiographien der drei Männer und vier Frauen, welche Petra Meyer für dieses Buchprojekt gewinnen konnte, veranschaulichen, wie unterschiedlich man zu dieser Hilfe vor Ort in der Welt gelangen kann. Die einzelnen Berichte sind sehr verständlich formuliert und wirken durch und durch authentisch. Trotz aller Tragik der vielfachen Schmerzgrenzen bei Betroffenen und Helfern/-innen schaffen es die zu Wort gekommenen Entwicklungshelfer/-innen und die Journalistin Petra Meyer den Keim der Hoffnung nicht ersticken zu lassen und den Blick immer auch auf die Wirksamkeit der Hilfe von "Ärzte ohne Grenzen" zu lenken. Einzelne Photographien aus den Krisengebieten vermitteln einen kleinen Einblick in die Situation vor Ort. Es wäre gut gewesen, wenn im Vorsatzblatt des Buches eine Weltkarte platziert worden wäre, welche die porträtierten Krisengebiete aufgezeigt hätte, oder auch die weltweiten Einsatzgebiete von "Ärzte ohne Grenzen" festgehalten worden wären.
Phänomenal einfühlsam sind schließlich die beiden übergeordneten Beiträge von Petra Meyer, die auch als Supervisorin und Coach tätig ist. Zunächst beschreibt sie sehr lebensnah und klar anhand eines Fallbeispiels die Formen, Ursachen, Auswirkungen und Behandlungswege beim Burn-out und bei der Postraumatischen Belastungsstörung, von welcher viele Helferinnen und Helfer betroffen bzw. zumindest bedroht sind. Ein zweiter Beitrag befasst sich mit der Unabhängigkeit von "Ärzte ohne Grenzen" als internationale Nothilfeorganisation. Hier besticht die Offenheit und Klarheit von Meyers Ausführungen. Sie macht sehr transparent, wie schwer der Spagat einer solchen Organisation ist, wenn sie vermeintlich zwischen die Fronten bzw. Interessen von Militär, Medien und Politik gerät.
Wer weit mehr Einblick in Krisengebiete und in die Arbeit von "Ärzte ohne Grenzen" bekommen möchte, als wie es uns täglich in den Medien vermittelt wird, der liegt mit dieser Lektüre genau richtig. Keine leichte , aber eine durchweg informativ-hilfreiche Lesekost, welche lange nachwirkt und das Bild prägen wird von Regionen, die schnell in die Öffentlichkeit geraten und oftmals leider wieder viel zu schnell aus dem Fokus des medialen Interesses verschwinden.
Ein immer wieder unter die Haut gehendes Buch, ein Plädoyer gegen Grenzverletzungen seelischer und körperlicher Art und für ein wirklich humanitäres Engagement!
978-3-579-06979-1, 978-3-5790-6979-1
978-3-57906-979-1, 978-3579069791, 978-3-57-906979-1
- Charlotte Roche: Feuchtgebiete
- Eckart von Hirschhausen: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben.
- Sven Regener: Der kleine Bruder
- Helmut Schmidt: Außer Dienst: Eine Bilanz
- Sabine Ebert: Die Entscheidung der Hebamme
- Julian Whitaker: Schmerzfrei durch Magnetfeld-Therapie
- Kurt Mosetter: Schmerzen heilen mit der KiD-Methode:
- Erin Sullivan: Saturn im Transit. Prüfung für Körp

