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Schuhhaus Pallas. Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte

von Amelie Fried - ISBN 9783446209831

Gebundene Ausgabe, 192 Seiten
Veröffentlichung Feb 2008 bei Hanser Belletristik
Amazon-Verkaufsrang #3113
Bewertung 4.5/5.0 bei 7 Meinungen
neu: ab 12.50 Euro
gebraucht: ab 9.80 Euro
Autor: Amelie Fried
ISBN 9783446209831
ISBN 3446209832 (alt)

Meinung der Redaktion zu Schuhhaus Pallas. Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte

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Kritik zu Schuhhaus Pallas. Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte

Ein wunderbares Zeugnis persönlicher Erinnerungsarbeit, das gegeignet ist, insbesondere Jugendliche vom 28.07.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Man kennt sie als Autorin von eher leichter Kost, die Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin Amelie Fried. Wie so viele andere Personen der deutschen Medienöffentlichkeit hat auch sie aus ihrer jüdischen Abstammung nie ein großes Aufheben gemacht, war sich auch ihrer Geschichte und der ihrer Familie nie wirklich bewusst. Teil der Verdrängung, die ebenso wenig vergehen will wie die Vergangenheit selbst.

Doch als am 7. November 2004 ihr Ehemann, Peter Probst, sie aus New York anruft, ist diese Zeit endgültig vorbei. Peter Probst ist den New York Marathon gelaufen und hat nebenbei Recherchen im Leo-Baeck-Institut betrieben. Dort ist er auf einen Verwandten von Amelie Fried gestoßen, auf Max Fried. Dieser Mann, ein Großonkel von Amelie Fried, ist im Gedenkbuch der Münchner Juden verzeichnet.

Amelie Fried reagiert verstört auf diesen Anruf. Wie kann es sein, dass sie von diesem Verwandten nichts wusste ? Soll sie wegsehen oder hinsehen ? Soll sie so tun als wäre nichts, oder soll sie versuchen, herauszufinden, ob das noch mehr ist ?

Amelie Fried entscheidet sich für das zweite und hat zusammen mit ihrem Mann Peter ein wunderbares Buch geschrieben, ein Buch, das auf sensible Weise der Geschichte ihrer Familie nachgeht:
"Die Geschichte meiner Familie ist in vielem exemplarisch für das, was damals geschehen ist und was jüdischen Familien während der Nazi-Herrschaft angetan wurde. Bemerkenswert ist aber, wie sich insbesondere mein Großvater zur Wehr gesetzt hat, wie er sich in einem fast naiv anmutenden Glauben an das, was rechtens ist, gegen Schikanen und Demütigungen auflehnte und - als sein offener Widerstand vergeblich blieb - mit einem gleichermaßen verrückten wie listigen Plan sich und seiner Familie das Überleben sichern wollte."

Zunächst hat die Autorin für sich selbst nachgefragt und es für ihre Kinder aufgeschrieben. Sie sollten nicht eines Tages die selben verstörenden Entdeckungen machen wie sie selbst. Doch dann entschied sie sich zur Veröffentlichung. Es ist ein Buch herausgekommen, das sich an jugendliche Leser und an Erwachsene richtet, ein Buch, das durch sein Thema und ganz besonders durch die Art und Weise wie es geschrieben ist, ernst und unpathetisch, nachdenklich und betroffen und doch mit einem tiefen Sinn für den Witz und Humor, der sich neben allem Leid und Tod auch durch diese Familiengeschichte zieht, geeignet ist, dem Vergessen zu wehren.

Immer wieder dokumentiert Amelie Fried ihre eigenen Erfahrungen beim Schreiben, ihre Betroffenheit und ihre Furcht, auf immer mehr Tote zu stoßen. Doch am Ende hinterlässt ihre Geschichte vom Schuhhaus Pallas", das ihre Familie über Jahrzehnte in Ulm geführt hat, nicht nur bei der Autorin Stolz und Befreiung, sondern auch der Leser bleibt zurück mit dem Eindruck, hier über ein erlebtes Stück Widerstand erfahren zu haben, aus einer Zeit, von der dann vielleicht noch mehr erfahren möchte.

Dann hätte dieses wunderbare Buch seinen Sinn erfüllt.


Weitere ISBN:
978-3-446-20983-1, 978-3-4462-0983-1
978-3-44620-983-1, 978-3446209831, 978-3-44-620983-1
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