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Sozialwissenschaftliche Studien für die Sekundarstufe II: Sozialwissenschaftliche Studien. Sekundar

von Dietrich Heither - ISBN 9783507108158

Broschiert, 224 Seiten
Veröffentlichung Dec 2006 bei Schroedel
Amazon-Verkaufsrang #6248
Bewertung 3.0/5.0 bei 1 Meinungen
neu: ab 22.50 Euro
Autor: Dietrich Heither
ISBN 9783507108158
ISBN 3507108151 (alt)

Meinung der Redaktion zu Sozialwissenschaftliche Studien für die Sekundarstufe II: Sozialwissenschaftliche Studien. Sekundar

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Kritik zu Sozialwissenschaftliche Studien für die Sekundarstufe II: Sozialwissenschaftliche Studien. Sekundar

In der Zukunftswerkstatt an der Kritikfähigkeit hobeln vom 04.12.2006
Bewertung: 3 von 5 Sternen
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Es gehört zu den Eigentümlichkeiten deutscher Schulbücher, dass sie die Vorurteile und Stereotypen der Vergangenheit viel länger bewahren als die zugrunde liegenden Wissenschaften - ganz einfach, weil der Wissenstand der Schulbuchautoren mitunter seit dem Studienabschluss eingefroren wurde und der nun, da die Protagonisten in den Rang von Schulbuchautoren aufgestiegen sind, fröhlich Urständ feiert. Das vorliegende Buch wird man gegen diese Kritik in ihrer pauschalsten Form in Schutz nehmen müssen. Immerhin sind nun endlich auch der Terrorismus, das Problem der zerfallenden Staaten und die Rolle weltpolitischer Akteure in einem multipolaren System im Schulbuch angekommen. Sogar aktuelle Konfliktszenarien (Tschetschenien, Kongo, Darfur ) werden in vergleichender Perspektive dargeboten, so dass man zusammen mit einer kompakten Präsentation von Aufbau und Rolle der Vereinten Nationen auf keinen Fall ausschließen kann, dass der Oberstufensschüler, der sich mit diesem Schulbuch im Ranzen den globalen Strukturen und Prozessen nähert, etwas lernt. Das ist die gute Nachricht. Weniger gut ist, dass auch dieses Unterrichtswerk die typischen Fehler sozialwissenschaftlicher Oberstufenliteratur perpetuiert. Natürlich sind die USA die Ursache der meisten ökonomischen, ökologischen oder politischen Probleme auf der Welt, immerhin aber auch die chinesische Afrikapolitik oder Russlands Gebaren im Kaukasus bekommen ihr Fett weg. Zwar kommen, das muss als unbedingt positiv vermerkt werden, in den verschiedenen Kapiteln endlich einmal auch realistische Aniutopisten wie Huntington, Henkel oder Hondrich zu Wort - aber nur, um gleich anschließend von je einem politisch oberkorrekten Antagonisten abgebürstet zu werden (siehe zum Beispiel S. 111). Ungebrochen nostalgisch verfährt das Autorenteam in der Pflege liebgewordenen Unsinns wie etwa dem Begriff der "strukturellen Gewalt" oder der "Leninistischen Imperialismustheorie", der allen Ernstes ein größerer Raum eingeräumt wird als Huntingtons brisantem Ansatz vom "Kampf der Kulturen". Natürlich taucht in diesem Zusammenhang auch die "Tobin Steuer" wieder auf, allerdings, das ist erfreulich, mit einem kontrastiven Text, der klarstellt, dass es sich bei 80% der weltweiten Finanztransaktionen um Devisenabsicherungsgeschäfte handelt Auf der andern Seite hat man mitunter das Gefühl, man verfolge Debatten im Innenraum des Gutmenschenzirkels, wenn etwa über die Rolle der WTO den Schülern allen Ernstes je Text der Heinrich Böll Stiftung und der TAZ als Material zur Kontroverse angeboten wird (S. 134/5). Positiv hervorzuheben ist die große Zahl von Bildern und Graphiken, wenngleich auch hier Mängel und Widersprüche zu beklagen sind. So wird etwa auf S. 124 Singapur als größter Containerhafen der Welt gerühmt, auf der übernächsten Seite aber schon wieder im Rahmen einer Tabelle auf den zweiten Platz verwiesen. Am kuriosesten aber erscheint eine Graphik auf S. 172 "Verbrauch nach Energieträgern 1860-2060", an deren Endpunkt der weltweite Einsatz alternativer Energien 40 Prozent (!) erreicht. Kleingedruckt erkennt man die Quelle dieser kühnen Prognose: es handelt sich um eine Veröffentlichung über "Globale Marktpotentialien alternativer Engergien". Eine alternative Quelle über die weltweite Renaissance der Kernkraft sucht man natürlich vergeblich. Stattdessen kann man sich am Ende des Unterrichtswerkes seitenweise an "konkreten Utopien" und dem Entwurf einer "Zukunftswerkstatt" laben, die auch noch den letzten Rest von Realitäts- und Praxisbezug verloren haben. Da kann man nur sagen: Es lebe der kritische Schüler!

Weitere ISBN:
978-3-507-10815-8, 978-3-5071-0815-8
978-3-50710-815-8, 978-3507108158, 978-3-50-710815-8
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