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Splatterpunk III.' Horror Extrem'.

von Uwe Luserke - ISBN 9783453072138

Broschiert, 249 Seiten
Veröffentlichung Feb 1995 bei Heyne
Amazon-Verkaufsrang #107495
Bewertung 2.0/5.0 bei 1 Meinungen
gebraucht: ab 11.89 Euro
Autor: Uwe Luserke
ISBN 9783453072138
ISBN 3453072138 (alt)

Meinung der Redaktion zu Splatterpunk III." Horror Extrem".

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Kritik zu Splatterpunk III." Horror Extrem".

Der Heyne-Verlag und die Tricks der Vermarktung vom 13.04.2007
Bewertung: 2 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 7 von 7 Besuchern hilfreich

Da er sich mit den deutschen Rechten an Paul M. Sammons SPLATTERPUNK-Anthologie im Besitz eines Markt-Trumpfes wähnte, ließ sich der altehrwürdige Heyne-Verlag nicht nur dazu verleiten, den Einzelband in der deutschen Ausgabe auf zwei TAschenbücher zu verteilen - nein, er legte in eigener Regie noch einen dritten Band nach, den der auf Phantastik spezialisierte Herausgeber Uwe Luserke zusammenstellen durfte.

Im Ergebnis präsentierte Luserke - dankenswerterweise unter Verzicht auf die Aufnahme jeglicher Sekundärliteratur - insgesamt 13 Erzählungen diverser US- und britischer Autoren und verpasste jeder eine hemdsärmelige Einleitung, die das Insidertum und die Dazugehörigkeit des Herausgebers demonstrieren sollten. Nun, wenn sich wer davon beeindrucken lässt ...
Teilweise befanden sich unter den aufgenommenen Autoren auch Namen, die bereits von den ersten beiden Bänden her bekannt sein sollten. Andererseits erschienen im dritten Teil einige neue Autoren, deren Aufnahme in eine Splatterpunk-Anthologie doch überraschte.
Im Einzelnen:

J. N. WILLIAMSON: Schlag nach im Webster
Eine Vollblut-Splatterpunk-Story um ein merkwürdiges Pärchen, das auf seiner Fahrt auf dem Highway ahnungslose Anhalter mitnimmt.
JOE R. LANSDALE: Bizarre Hände
Ein Mann gibt sich als Prediger aus, um an das Objekt seiner Begierde zu gelangen: Junge, geistig behinderte Mädchen.
Eine ausgesprochen eklige, dreckige Geschichte. Wer's mag.
GRAHAM WATKINS: Die trauernden Toten
Ein Schleuser für illegale Einwanderer hat mehrere Schützlinge auf dem Gewissen - nun holt ihn die von ihm begangene Tat wieder ein.
MORT CASTLE: Verflucht sei das Kind
Ungewöhnlich: Der Prolog zu Mort Castles Roman CURSED BE THE CHILD, funktioniert durchaus als eigenständige Story.
JAMES KISNER: Wenn der Mann mit dem Messer liebt
Eine pointierte Erzählung mit allzu voraussehbarem Ausgang - leider.
DEBRA GRAY DE NOUX & O'NEIL DE NOUX: Einzelteile
Bei der Untersuchung bizarrer Mordfälle kommen sich die beiden Ermittlungspartner näher - zu nah, wie sich herausstellt.
HANS DIETER RÖMER: Wölfe im Betonwald
Der einzige original deutschsprachige Beitrag - Nachts, wenn die Werwölfe die Straßen unsicher machen, wagen sich nur noch die Wolfrunner vor die Tür.
DOUGLAS E. WINTER: Schwarze Sonne
Eine weitere apokalyptsche Endzeit-Story, diesmal aus der Feder des erfolgreichen Anwalts und namhaften Horror-Autors und -Herausgebers.
CHRISTOPHER FOWLER: Delikatesen aus dem Schnellimbiss
Eine makabre Geschichte über Fast Food-Fraß und seine unverhofften Bestandteile.
KEVIN J. ANDERSON: Redmonds Privatkino
Der Filmproduzent hat eine Sensation zu zeigen: Den auf Zelluloid festgehaltenen taditionellen Selbstmord eines japanischen Samurai. Doch bei der Uraufführung des Streifens geschehen merkwürdoge Dinge.
GRAHAM MASTERTON: Futter für die Schweine
Durch ein Versehen bringt der Schweinezüchter seinen eigenen Bruder auf ausgesprochen grausame Weise um - und versucht, die ungewollte Tat zu vertuschen. Eine an expliziter Brutalität kaum zu überbietendes Kleinod aus der Feder des britischen Altmeisters. Nichts für schwache Nerven - und Mägen!
WILLIAM RELLING JR.: Zu Hause ist es doch am schönsten
Eine eigenwillige Variante der Geschichte um Dorothy und den Zauberer von Oz.
WAYNE ALLEN SALLEE: Für euch, die ihr lebt
Auch so etwas gibt es: Eine waschechte Splatterpunk-Lovestory!

Spätestens die Aufnahme der Stories von Fowler und Masterton zeigt deutlich, dass Luserke doch recht wahllos Geschichten zusammengewürfelt hat, frei nach dem Motto: Hauptsache, das Blut schießt meterweit in den Himmel!
Hier zeigt sich leider deutlich, wie dünnwändig die Abgrenzung ist, die Sammon in seinem Lobhuddel-Essay vergeblich zu ziehen versucht hat - wo hört der Bereich der traditionellen Contes cruels auf, wo fängt der Splatterpunk an?
Und was auch eingestanden werden muss: Völlig fehl am Platze ist der deutschsprachige Beitrag von Römer.

Alles in allem - trotz krampfhaft locker demonstriertem Sachverstand - eine etwas konfus zusammengewürfelte Geschichtensammlung, der die klaren Grenzen des im Titel vorgegebenen Konzepts fehlen und die von Sammon wenigstens noch einigermaßen konsequent eingehalten wurden.
Damit steht sie deutlich der Original-Anthologie in Hinblick auf Qualität und Gehalt nach und entpuppt sich sich letztlich als genau das, was sie vermutlich auch gewesen ist: Ein allein aus vermarktungstechnischen Gründen nachgeschobener publizistischer Schnellschuss, der leider das eigentliche Ziel verfehlt.

Wer an einer lockeren Sammlung größerer und kleinerer horrorliterarischer Grausamkeiten Gefallen finden kann, wird dem dritten Teil der Anthologie vermutlich aber immer noch etwas abgewinnen können.

Weitere ISBN:
978-3-453-07213-8, 978-3-4530-7213-8
978-3-45307-213-8, 978-3453072138, 978-3-45-307213-8
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