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Venedig. Eine Einladung

von Herbert Rosendorfer - ISBN 9783462039894

Broschiert, 80 Seiten
Veröffentlichung Apr 2008 bei Kiepenheuer & Witsch Verlag
Amazon-Verkaufsrang #43591
Bewertung 2.0/5.0 bei 1 Meinungen
neu: ab 6.95 Euro
Autor: Herbert Rosendorfer
ISBN 9783462039894
ISBN 346203989X (alt)

Meinung der Redaktion zu Venedig. Eine Einladung

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Kritik zu Venedig. Eine Einladung

Ich bin beleidigt vom 20.04.2008
Bewertung: 2 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 1 von 4 Besuchern hilfreich

Ob "Venedig ist schon untergegangen" (S. 8; 9. Auflage S. 10) eine Art Motto sein soll, wird zwar nicht so richtig klar. Aber immerhin: Angelesenes (meist mit Hinweis auf die Quelle) - mehr aus der Geschichte Venedigs, als aus der Gegenwart - wird neu erzählt. Dagegen ist ja nichts zu sagen, wenn es lesbar und ehrlich ist.
Jeder Lehrer weis allerdings - und jeder kluge Schüler weis, dass es jeder Lehrer weis, Abgeschriebenes erkennt man an den Fehlern, die mit plagiiert werden: Nun seien wir gerecht: Hinter dem Zusatz zur Mitteilung, dass der Turm von San Marco am 14. Juli 1902 - "Ohne Vorwarnung?" (S. 21; 9. Auflage S. 24) - einstürzte, steht wenigstens ein Fragezeichen. Bezeichnenderweise fehlt hier jeglicher Bezug auf eine Quelle (nebenbei: "Harry's New York Bar", die übringens "Harry's Bar" heißt - HARRY PICKERING war aus Boston, gab es zu dieser Zeit noch nicht). Wo hat also der Autor leichtgläubig abgeschrieben? Als Angeklagter wünschte ich mir wohl solch einen vertrauensseligen Richter, denn ich könnte Beliebiges behaupten und er würde es mir wohl abnehmen. Als Kläger, der ja seine Behauptungen gegen den Beklagten beweisen muß, wäre er wohl ein Alptraum. Aber ist es wirklich nur eine Frage des Standpunktes, was man von dem Richter und Autor hält?
Bei, Peter Cornelius Mayer-Tasch, der im "Diario Veneziano" noch entschiedener behauptet, der Turm sei "ohne die leiseste Vorankündigung" eingestürzt (S. 69), kann Rosendorfer nicht abgekupfert haben, denn dessen Broschüre erschien ja erst 2007. Also stammt der Bock wohl eher von einem jener guide-books, die es zurecht verdienen, verschwiegen zu werden.
Aber für wie dumm kann ein Autor mich als Leser halten, indem er annimmt, ich glaubte ihm, dass der wichtigste Turm von Venedig am belebtesten Platz der Stadt an einem Sonntag Vormittag gegen viertel vor 10 Uhr ohne Vorwarnung einstürzen kann, ohne dass dabei eine größere Anzahl von Menschen zu Schaden kommt? Wie kommt es, dass der - mangels Vorwarnung - anzunehmenden Opfer niemals jemand gedacht hat? Wie kommt es, dass der Autor (oder mindestens sein Lektor) sich diese Fragen nicht vorgelegt haben? Das Mindeste was man erwarten kann, ist doch, dass der Autor mal in der Zeitung der folgenden Tage nachschaut, bevor er solchen Unsinn weiterplappert! Das hat GERHARD TÖTSCHINGER (Nur Venedig ist ein bissl anders. Wien/München 2002) getan und der zitiert auch ausführlich S. 78ff aus der "Gazetta" vom 15. Juli 1902. Der klärt allerdings auch nicht auf, was es mit den Photographien vom einstürzenden Turm auf sich hat, bildet eine davon S. 79 (es gibt eine ganze Serie solcher Fotos) ab und schweigt sich ansonsten darüber aus. ROSENDORFER dagegen schreibt irgendwo ab: "Die Bilder sind eine Fälschung." Na, da will er mich doch wirklich für dumm verkaufen! Dumm genug, dass ich sein Buch gekauft habe! Wenn die Bilder eine Fälschung sind, ist doch höchst interessant, wie z.B. das FOTO-STUDIO ZAGO das gemacht hat. Gab es keine öffentliche Reaktion auf diese Photos? Der Photograph wird doch wohl als guter Christ oder Jude oder überhaupt als anständiger Mensch (die soll es ja sogar unter Atheisten geben) irgendwann nach dem prächtigen Geschäft gebeichtet (ich hoffe, das gibt es auch bei Muslimen; Buddhisten und Hindi haben ja anstelle dessen die Wiedergeburt) haben!
Was ist von einem Autor zu halten, der solchen sich aufdrängenden Fragen nicht nachgeht? Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr geht mein Wohlwollen, mit dem ich dieses Buch zunächst gelesen habe, in Zorn über: Ich bin zutiefst beleidigt, wie wenig der Autor vor mir als Leser hält! Da fallen weitere Fehler (z.B. S. 23, 30, 54, 64, 74, 75, 76; 9. Auflage: S. 26, 34, 59, 70, 81, 83, 84), die nach 8 bzw. 9 Auflagen (2005/2009) immer noch nicht beseitigt sind, gar nicht mehr ins Gewicht!
Man verschone mich mit solchen Autoren!
Ausnahmsweise habe ich, weil die neueste Auflage zeitgleich mit dieser Rezension erschienen ist, die 8. Auflage aus dem Jahr 2005 mit der des Jahres 2008 verglichen. Seltsam ist, daß die Auflage von 2008, bei der nur einige unwesentliche Sätze hinzugefügt worden sind und keinerlei Fehler korrigiert wurden, im Impressum S. 91 als 1. Auflage 2008" bezeichnet wird. Soll hier verschleiert werden, daß diese Broschüre seit 1993 - ich vermute mal - völlig unverändert immer wieder nachgedruckt wird? So was macht man doch nicht, Herr Richter!

Weitere ISBN:
978-3-462-03989-4, 978-3-4620-3989-4
978-3-46203-989-4, 978-3462039894, 978-3-46-203989-4
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