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Warum der Mensch sich Gott erschuf: Die Macht der Religion

von Wolfgang Schmidbauer - ISBN 9783783128963

Gebundene Ausgabe, 198 Seiten
Veröffentlichung Sep 2007 bei Kreuz-Verlag
Amazon-Verkaufsrang #306792
Bewertung 3.5/5.0 bei 2 Meinungen
neu: ab 19.95 Euro
gebraucht: ab 14.76 Euro
Autor: Wolfgang Schmidbauer
ISBN 9783783128963
ISBN 378312896X (alt)

Meinung der Redaktion zu Warum der Mensch sich Gott erschuf: Die Macht der Religion

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Kritik zu Warum der Mensch sich Gott erschuf: Die Macht der Religion

Die Macht der Religion und die Ohnmacht sie zu erklären vom 01.05.2007
Bewertung: 3 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 17 von 18 Besuchern hilfreich

Religion ist ein Thema, dem sich bei der Inflation der Meinungsäußerungen dazu, natürlich auch Wolfgang Schmidbauer stellen will. Er tut dies vor allem aus der psychoanalytischen Sicht und dies wiederum entlang der Auseinandersetzung zwischen Freud und Jung. Quasi konkret erläutert er das religiöse Phänomen an Karl May und Ron L. Hubbard. Stachel der Religionskritik ist dabei wohl die oft angenommene Fundamentalisierung der Religionen.
Schmidbauer versucht, die Neurotheologie und Evolutionstheorien in seine Überlegungen einzubauen. Er verweist dabei auf die Schwierigkeit, dass angenommene Aktivitäten im Gehirn mit Metaphern erklärt werden, die die Metaphern selber erklären. Es finden sich in den neurowissenschaftlichen Entdeckungen viele dieser Zirkelschlüsse. Eine Erklärung von Religion kann von dieser Seite nicht kommen, wohl aber Beschreibungen dessen, was im Gehirn abläuft.
Doch auch was Schmidbauer entwickelt, erklärt wenig. Es mag daran liegen, dass der Autor Religion zu wenig aus eigener Erfahrung her kennt, abgesehen davon, dass er in grauer Vorzeit mal Günter Ammon sehr nahe stand, den er in seinen ersten Büchern noch fließig zitierte. Als es dann obsolet wurde, zum Kreis dieses "Gottes" zu gehören, sparte er sich das Zitieren des Meisters. Hansjörg Hemminger hat das "religiöse" Phänomen dieses Psychogurus in seinem Buch "Das therapeutische Reich des Dr. Ammon" beschrieben. Es ist wohl nicht unerheblich, dass Therapieschulen große Ähnlichkeiten mit religiösen Sekten haben. Schmidbauer erwähnt diese Dimension nur am Rande. Es wäre jedoch spannend, von den "Gesetzmäßigkeiten" solcher Dynamiken auszugehen und dann von den Religionen zu differenzieren. Denn bei der Lektüre von Schmidbauer bleibt unklar, worauf er sich eigentlich bezieht. Religion als Illusion ist nur eine Seite von Religion. Genauer zu analysieren wäre die Identifizierung und Idealisierung mit den Religionsstiftern oder Vertretern und der Theologie. Dabei ist es für Schmidbauer natürlich schwer, geeignete Theologen zu finden, da sich die Theologie mehr und mehr in ein Schneckenhaus zurück gezogen hat. Gerade aber beim Gebrauch der Metaphern ist es unablässig, dass sich Theologen und Psychologen gemeinsam auf die Suche begeben. Auch wenn es "nur" um den Missbrauch der Religion geht, müssen sich beide Gruppen zusammenschließen. Vielleicht ist der freudsche Atheismus aus der Biografie Freuds verständlich und bezogen auf eine mögliche Vereinnahmung der Psychoanalyse durch Theologen auch notwendig, doch erscheint eine gemeinsame Erforschung mehr denn je notwendig zu sein, damit in einer globalen Welt wichtige Voraussetzung zum erwachsenen und reifen Einzelnen geschaffen werden können. Wenn solche Möglichkeiten in den Religionen zu finden wären, sollte man sie belassen. Wenn es Hinweise auf schädigende Strukturen gibt, sollte man auch die ehrlich angehen. Und wenn durch einen solchen Prozess auch Strukturen innerhalb der Psychoanalyse zu finden wären, so müssten auch hier Korrekturen angebracht werden.
Es scheint die Zeit reif dafür zu sein, dass sich Psychoanalyse und Theologie gegenseitig kritisieren und korrigieren. Dafür macht Schmidbauer leider kein Angebot und es scheint ihm auch kein Anliegen zu sein. Um jedoch die Macht der Religion analysieren zu können, kann wohl keine Disziplin nur aus ihrer Perspektive Religion betrachten.

Weitere ISBN:
978-3-783-12896-3, 978-3-7831-2896-3
978-3-78312-896-3, 978-3783128963, 978-3-78-312896-3
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