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Was Terroristen wollen: Die Ursachen der Gewalt und wie wir sie bekämpfen können

von Louise Richardson - ISBN 9783593383750

Gebundene Ausgabe, 382 Seiten
Veröffentlichung Jun 2007 bei Campus Verlag GmbH
Amazon-Verkaufsrang #117299
Bewertung 4.0/5.0 bei 4 Meinungen
neu: ab 16.90 Euro
gebraucht: ab 7.41 Euro
Autor: Louise Richardson
ISBN 9783593383750
ISBN 3593383756 (alt)

Meinung der Redaktion zu Was Terroristen wollen: Die Ursachen der Gewalt und wie wir sie bekämpfen können

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Kritik zu Was Terroristen wollen: Die Ursachen der Gewalt und wie wir sie bekämpfen können

Überbewerte Verallgemeinerung der Erfahrungen der Autorin mit der IRA vom 16.05.2008
Bewertung: 2 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 3 von 3 Besuchern hilfreich

Das Buch wird eindeutig überbewertet, wenn man sich die geradezu euphorischen Reaktionen der deutschen Presse anschaut.

Richardson hat sich vor allem mit der IRA beschäftigt und auf dieser Grundlage nun ein Buch über Terrorismus im Allgemeinen verfasst. Es wirkt für ein Werk mit wissenschaftlichem Anspruch etwas seltsam, dass sie ihre persönliche Betroffenheit als Irin immer in den Vordergrund stellt.

Richardson macht allgemein den Fehler, das IRA-Problem zu verallgemeinern und militanten Islamisten, um die es in ihrem Werk geht, die gleiche Handlungslogik zu unterstellen. Es ist einfach nicht hilfreich, Akteure von IRA über RAF und ANC bis GIA und Al-Qaida gleichermaßen unter dem Begriff des "Terrorismus" zu vereinnahmen.

Richardson vertritt die These, dass man Terroristen allgemein erfolgreich dadurch bekämpfe, dass man ihre politischen Forderungen ernst nehme, sie durch Ansprache dieser Forderungen von "moderaten" Kräften in ihrem Sympathisantenfeld isoliere und somit bewirke, dass die militanten Kräfte mangels Unterstützung zusammenbrechen würden.

Ihrer These fehlt jedoch, bezogen auf militante Islamisten, jede empirische Basis. Es gibt drei zentrale Situationen, in denen es gelang, militante Kräfte von der Bevölkerung weitgehend zu isolieren: Algerien und Ägypten in den 90ern und den Irak ab 2007. In keinem der Fälle gelang die Isolation durch die von ihr vorgeschlagene Strategie. In allen drei Situationen war zunächst massiver Gewalteinsatz erforderlich, um die Fähigkeiten der jeweiligen militanten Akteure zu reduzieren und unter deren Anhängern Zweifel an den Erfolgsaussichten von Militanz zu verstärken. Zudem war eine Schwächung militanter Akteure durch Verfolgung erforderlich, um in der jeweiligen Bevölkerung die Überzeugung zu stärken, dass diese sich nicht durchsetzen würden. Erst dann war zu beobachten, dass große Teile der Bevölkerung sich von militanten Kräften distanzierten und Teile deren Führung kooperativ wurden.

Zum Teil ist ihre Argumentation inkohärent. Sie stellt Terrorismus einerseits als pathologisches Handeln dar, dass Ursachen wie Demütigung habe, und andererseits als Taktik, was impliziert, dass strategische Entscheidungsprozesse der Anwendung zugrunde liegen. Beide Darstellungen schließen einander jedoch logisch aus. Sie müsste zumindestens erklären, wie sie beide Thesen miteinander vereinbart, was sie nicht tut.

Auf den Großteil der vorliegenden Forschung zu militanten islamistischen Akteuren geht sie nicht ein. Ihre Behauptung, militante Islamisten würden allgemein "verteufelt" oder für verrückt erklärt, wäre angesichts der Vielzahl der vorliegenden sachlichen Studien auch nicht aufrechtzuerhalten gewesen. Sie hätte zahlreiche fehlerhafte Aussagen (z.B. zu Armut als angeblicher Motivation militanter Islamisten) vermeiden können, wenn sie stärker auf vorliegende Forschung eingegangen wäre.

Insgesamt ein enttäuschendes Werk, das in Deutschland völlig überbewertet wird.

Weitere ISBN:
978-3-593-38375-0, 978-3-5933-8375-0
978-3-59338-375-0, 978-3593383750, 978-3-59-338375-0
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