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Was ist ein Dispositiv?

von Giorgio Agamben - ISBN 9783037340424

Broschiert, 41 Seiten
Veröffentlichung Apr 2008 bei Diaphanes
Amazon-Verkaufsrang #51635
Bewertung 2.0/5.0 bei 1 Meinungen
neu: ab 6.00 Euro
gebraucht: ab 6.00 Euro
Autor: Giorgio Agamben
ISBN 9783037340424
ISBN 3037340428 (alt)

Meinung der Redaktion zu Was ist ein Dispositiv?

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Kritik zu Was ist ein Dispositiv?

Schleife des Selbstwiderspruchs vom 16.06.2008
Bewertung: 2 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 1 von 6 Besuchern hilfreich

Ein wunderbares Beispiel dafür, dass der von Foucault in die Welt gesetzte Diskurs in seiner Monomanie unerschöpflich ist - leider! Agamben leidet unter der typischen Einseitigkeit Foucaultianischen Denkens, d.h. unter der Unfähigkeit irgendeine Eigenaktivität von Individuen oder Subjekten überhaupt zu denken: Die Begriffe "Diskurs" und "Dispositiv", wie Foucault sie verwendet, haben durchaus eine Bereicherung für die Kulturwissenschaften mit sich gebracht. Sie ermöglichten, den Blick auf Prozesse zu lenken, die dem Individuum vorausgehen und es prägen. Dieses Verdienst wird aber leider stark eingeschränkt durch die eben auch bei Agamben deutlich werdende trostlose Grundannahme, sie würden das Individuum rettunslos determinieren. Damit befinden sich sowohl Agamben als auch Foucault in einer Schleife des Selbstwiderspruchs: Beide Autoren begreifen ihr Schreiben als politisch, die politische Aktion setzt aber eben ein gewisses Maß an Handlungsfreiheit voraus, die Agamben leugnet, wenn er eine Totalbestimmung des Individuums durch Dispositive behauptet. Politisch und theoretisch interessant (und weiterführend!) wäre im Gegenteil gewesen, zu zeigen, wie Individuen mit diesen Dispositiven umgehen und welche Freiräume sie ihnen abgewinnen. Die Vorstellung der Totaldeterminiertheit dagegen stammt aus der polit-philosophischen Mottenkiste (vgl. den Verblendungszusammenhang bei Horkheimer / Adorno) und gehört dort auch wieder hinein. Da der Foucault-Agambensche Denkansatz ältere marxistische und anarchistische Ansätze fortsetzt und im intellektuellen Betrieb daher immer noch von starken Kontingenten vertreten wird, ist die Chance, dass er diese wohlverdiente Ruhestätte erhält bedauernswerterweise gering. Die nachwachsende Intellektuellengeneration hätte eine konstruktivere Form der Theoriebildung verdient!

Weitere ISBN:
978-3-037-34042-4, 978-3-0373-4042-4
978-3-03734-042-4, 978-3037340424, 978-3-03-734042-4
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