Was kann ich selbst für mich tun?: Patientenkompetenz in der modernen Medizin
von Annette Bopp - ISBN 9783907625231
Gebundene Ausgabe, 128 Seiten
Veröffentlichung Nov 2005 bei Rüffer & Rub
Amazon-Verkaufsrang #21689
Bewertung 2.0/5.0 bei 1 Meinungen
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Autor: Annette Bopp
ISBN 9783907625231
ISBN 3907625234 (alt)
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Kritik zu Was kann ich selbst für mich tun?: Patientenkompetenz in der modernen Medizin
Ich habe mehr erwartet vom 03.02.2007
Bewertung: 2 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 20 von 22 Besuchern hilfreich
Eigentlich genügt dieses Schriftstück nicht den Kriterien eines Buches, da es konzeptionell, inhaltlich und stilistisch völlig heterogen ist und aus der Sicht der Buchkunst zahlreiche kapitale Fehler enthält. Es besteht aus verschiedenen Abschnitten, die getrennt besprochen werden müssen.
Zunächst wird mit Professor Nagel, einem Coautor, ein Interview geführt, der maßgeblich zur Gründung der Stiftung Patientenkompetenz beigetragen hat. Der angesehene Onkologe, der das Institit für Tumorbiologie in Freiburg gegründet und 10 Jahre lang geleitet hat, outet in diesem Interview seine überstandene Leukämie. Plötzlich selber zum Patienten geworden, entdeckte er die Krebserkrankung aus dieser ganz anderen Perspektive. Er versuchte seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren, indem er sich für 10 Tage in die Natur zurückzog und seine Sinne (Geruch-, Tastsinn usw.) schärfte. Obwohl er von seinen Therapeuten für verrückt gehalten wurde, bestand er auf ein Therapiekonzept, das zu seinen individuellen Bedürfnissen passte, auch wenn dieses Therapieschema aus der Sicht der Schulmedizin nicht die besten Heilungschancen bietete.
Im zweiten Abschnitt wird versucht, den Begriff "Patientenkompetenz" zu erläutern. Leider bleibt der Begriff weiterhin unklar; Es werden wohl eine Reihe verschiedener Sachen darunter verstanden, eine Reihe anderer Sachen, die man spontan dazu zählen würde, wiederum nicht. Dieser zweite Abschnitt gleicht einer etwas wirren filosofischen Diskussion, die gerne überblättert werden kann.
Am wertvollsten ist der Abschnitt, indem 10 Patienten beschreiben, wie sie versuchen, die Bedrohung durch Krebs auf ihre sehr individuelle Weise psychisch zu bewältigen. Mit einer Ausnahme sind die Patienten allerdings durchweg in einem relativ guten Zustand; ihre Krankheit konnte aufgehalten oder zeitlich deutlich hinausgezögert werden. Mich hätten auch mehrere Beispiele interessiert, wie man mit den unmittelbar bevorstehenden Qualen und dem unaufhaltsam herannahendem Tod in einer positiven Weise umgeht. Mit Abstand am besten hat mir das Beispiel von "Kirstin" gefallen, der einzigen Patientin, die in diesem Buch an ihrer Krebserkrankung starb. Sie soll 2 Wochen vor ihrem Tod gesagt haben: "Ich plane das Leben und nicht den Tod".
Als Nächstes wird eine Übersicht verschiedener komplementärmedizinischer Möglichkeiten gegeben. Die vom Patienten individuell ausgewählte und aktiv angegagene komplementärmedizinische Behandlung ist der einzig eindeutige und klare Bestandteil des Begriffs "Patientenkompetenz". Diese Tatsache, sowie dass diverse komplementärmedizinische Präparate wiederholt mit dem Handelsnahmen aufgeführt und beworben werden, legt den Schluss nahe, dass es sich um versteckte Werbung handelt, bzw. dass die Hersteller dieser Präparate die Finanzierung des Buches und möglicherweise auch die der Stiftung Patientenkompetenz gewährleisten.
Es ist recht unklar, mit welchem Ziel das Buch entstanden ist und wer die Zielgruppe sein soll. Sollen etwa Patienten angesprochen und zur Steigerung der Selbstkompetenz befähigt werden? Dann sind mehrere Teile des Buches fehl am Platz: So der Abschnitt am Anfang, der den Begriff "Patientenkompetenz" erklären möchte und für die größte Mehrheit der Menschen zu abstrakt und hochgestochen sein dürfte und auch der letzte Abschnitt, indem einige Beispiele vorgetragen werden, wie Mediziner ihre Patienten unterstützen können. Auch die 10 sehr individuellen Beispiele der Patienten helfen anderen Patienten kaum weiter. Am ehesten können wahrscheinlich Krebsmediziner mit diesem Schriftstück etwas anfangen. Vielleicht entwickeln sie durch die Lektüre dieses Buches mehr Verständnis dafür, was in ihren Patienten vorgeht und können bei der Frage "Was kann ich selbst für mich tun?" adäquat reagieren.
Ich habe dieses Buch, von dem ich aus dem Kundenmagazin meines Krankenversicherers erfahren habe, einer krebskranken Freundin schenken wollen, bei der nach einer ausgeheilt wähnten Brustkrebserkrankung vor kurzem überall Metastasen diagnostiziert wurden. Sie sollte aus dem Buch Kraft schöpfen. Nach dem Lesen des Buches bin ich jedoch der Meinung, dass es nichts zur Bewältigung ihrer Krankheit beiträgt und sie nur unnötiger Weise zur Verwendung von Komplementärmedizin (und dadurch Verschwendung von Geld) animieren könnte.
978-3-907-62523-1, 978-3-9076-2523-1
978-3-90762-523-1, 978-3907625231, 978-3-90-762523-1
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