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Wer bin ich - und wenn ja wie viele?: Eine philosophische Reise

von Richard David Precht - ISBN 9783442311439

Broschiert, 397 Seiten
Veröffentlichung Sep 2007 bei Goldmann HC
Amazon-Verkaufsrang #15
Bewertung 4.0/5.0 bei 56 Meinungen
Autor: Richard David Precht
ISBN 9783442311439
ISBN 3442311438 (alt)
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Meinung der Redaktion zu Wer bin ich - und wenn ja wie viele?: Eine philosophische Reise

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Kritik zu Wer bin ich - und wenn ja wie viele?: Eine philosophische Reise

"This above all, to thine own self be true" (Shakespeare / Hamlet 1, 3) vom 12.09.2008
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Diese Kundenmeinung empfanden 4 von 4 Besuchern hilfreich

Was kann ich wissen? Von der Wahrheit zum Gefühl.
Was soll ich tun? Ich kann, weil ich will, was ich muss.
Was darf ich hoffen? Liegt der Sinn in Liebe und Freiheit in Gott.

So lesen wir die Kapitel in einem interessanten Buch, welches eine Brücke schlägt von der Psychologie über die Biologie / Medizin zur Philosophie. Ein assoziatives Lesepiel, welches als letzte Frage, die Authentizität des Menschen trifft. Wie bleibt man sich treu in den Phasen des Lebens, die allein aus biologischer Notwendigkeit einer Neuorientierung bedürfen. Die Adoleszenz als größte Identitätskrise ist jedem bekannt, die aber nicht die letzte bleiben wird. Wie häufig wird das Selbstbild überprüft, neu gestaltet und ausgerichtet. Falsches und Ungereimtes wird korrigiert, als soziales Wesen überprüft man den Einfluss der Umwelt auf sich.

Und genau darum muss die Frage: Wer bin ich? um die Ausprägung der Anzahl: Wieviele Ichs trage ich mit mir herum? in dieser vor Virtualität strotzenden Welt erweitert werden. Die Überzeugung gegenüber dem Leben hochzuhalten, gelang nur Sokrates und Jesus; Luther stand, weil er nicht anders konnte in seinem So-Sein und die Existentialisten gaben den Interessierten ein Konzept mit Mut zur Selbsteintscheidung, wie es Kant bereits 200 Jahre zuvor forderte. Doch in dieser modernen Welt ist die Polonius-Kunst gefragt. Worin unterscheidet sich das Innere vom Äußeren, mein Selbstbild vom Fremdbild, mein Ich vom gespielten Ich. "To thine own self be true", gab Polonius seinem Sohn Laertes auf den Weg. Inwieweit erfordert die Welt ein zweites Ich, welche Möglichen offeriert diese Welt zur Vorstellungskunst, gar Verstellungskunst wenn man die Leben in Second life, YouTube oder bei Speed Datings sieht. Oder was bietet die moderne Schönheitschirugie für Ent-Faltungsmöglichkeiten. Hier zeigt sich der Push von außen, aus dem scheinbar gefangenen Ich auszubrechen in die Möglichkeiten fern ab der eigenen Realität. Und doch liegt Authentizität in einem selbst, in der Kongruenz von Innen und Außen, von Sein und Schein. So nur verzichtet man darauf, sein eigener Avatar zu sein und erkennt die Grenze zwischen Simulation des Vielen und der Realität der eigenen Person, dem Ich, dem einzigen. Und dieses einzige Ich wird dann deutlich und klar, wenn es ans Eingemachte geht, wenn man nicht mehr mediasiert ist, sondern eben authentisch.

Precht ist eine Reise durch die Wissenschaften gelungen, spritzig, passend, aktuell und interdisziplinär. Grenzen niederreißend, wenn man so will, als wenn man die Ichs in einem Ich vereint. Und diese Reise mit Fragen und Wissensdurst, mit Gefühl und Denken, mit Liebe und Leben mündet eben in einem selbst. Und so ist Precht nach seinem alten Buchtitel zu sehen: Lenin kam nur bis Lüdenscheid und hier gilt: Precht kam nur bis zum Leser. Aber: Des Lesers Ich ist Ziel dessen eigener Reise.

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Weitere ISBN:
978-3-442-31143-9, 978-3-4423-1143-9
978-3-44231-143-9, 978-3442311439, 978-3-44-231143-9

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