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Wer sich in Gesellschaft begibt... Kleines Regelwerk für Individualisten

von Elisabeth Binder - ISBN 9783870245818

Gebundene Ausgabe, 286 Seiten
Veröffentlichung Aug 2003 bei Argon Verlag GmbH
Amazon-Verkaufsrang #507713
Bewertung 4.0/5.0 bei 1 Meinungen
Autor: Elisabeth Binder
ISBN 9783870245818
ISBN 3870245816 (alt)

Meinung der Redaktion zu Wer sich in Gesellschaft begibt... Kleines Regelwerk für Individualisten

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Kritik zu Wer sich in Gesellschaft begibt... Kleines Regelwerk für Individualisten

gesellschaftsfähiger Individualismus ist gefragt vom 09.12.2003
Bewertung: 4 von 5 Sternen
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Beim Lesen dieses Buches kann man sich des Schmunzelns über so manche gesellschaftlichen Fauxpas nicht erwehren. Die Autorin, Redakteurin für besondere Aufgaben beim „Tagesspiegel" in Berlin, weiß, wovon sie uns berichtet. Schließlich besucht sie selbst als Rezensentin alle Arten gesellschaftlicher Zusammenkünfte.

Zu Beginn dieses unorthodox gehaltenen Ratgebers erörtert Frau Binder, warum es gerade im Zeitalter der Individualisierung so wichtig ist, sich gesellschaftlich zu vernetzen und in der Öffentlichkeit aufzutreten.

Danach steht sie mit Rat und Tat bei den Vorbereitungen eines Auftritts außer Haus zur Seite, die Allein zu Hause stattfinden. Das umfaßt praktische Tipps - z.B. der, dass es besser ist, die neuen Klamotten zu Hause einzutragen, um sich der Passform zu vergewissern, als auf einer Party mit geplatzten Nähten zu kämpfen. Dazu kommen einige Ideen für das Aufpeppen des Kleiderschrankinhaltes, auf die manch eine(r) so ohne weiteres nicht kommt. Aber auch Motivationsüberlegungen und Statusfragen sowie das Problem der Auffindung von Gesprächsthemen fließen in ihre Überlegungen mit ein.

So gerüstet erfahren wir im zweiten Kapitel, was uns erwartet, wenn wir beispielsweise Allein unterwegs sind - im Lokal, während einer Zugfahrt, in einer Boutique oder beim Spaziergang auf dem Lande. So groß auch die Bandbreite der Verhaltensvarianten in den unterschiedlichsten Situationen sein mag, „Individualisten von Niveau mögen selber in Gesellschaft leiden, aber eines tun sie nicht, und sei die Umgebung noch so bescheiden: andere unter sich leiden lassen."

Auch Unter Freunden gibt es hier und da eine Unsitte, die zuweilen epidemieartig grassiert und so manchem das Beisammensein mit anderen vergellt: das „Bussi-Syndrom" oder das "Essen aus einer Schüssel". Mit ein wenig Geschick und der praktischen Erfahrung von Frau Binder ergeben sich für solcherlei Situationen praktikable Lösungen, die jedem Beteiligten gerecht werden dürften.

Besonders amüsant fand ich das Kapitel mit der Schilderung der Sphären eines Restaurantbesuchs. Schon alleine die Absatzüberschriften der erzählten Episoden sprechen für sich: - Die Leiden der jungen Prestige-Esser - Die Kunst des feinen Piesackens - Die Renaissance der Arroganz-Ära - Frauen allein vor Gourmet-Altären - Trinkgeldpiraten - Unkorrekte Herablassung - Und das Fazit: "Sensible Naturen sind gut beraten, ihr aushäusiges Brot beim Pizzabäcker um die Ecke zu sich zu nehmen. Je luxuriöser ein Restaurant ist, desto mehr Mittel stehen ihm zur Verfügung, möglichst arrogante Kellner zu engagieren, die wirklich alle Mittel der Kunst draufhaben, ihre Kunden in einen ausgeklügelten Psychokrieg zu verwickeln."

Die weiteren Kapitel: - Unter Fremden, Unter sehr bedeutsamen Persönlichkeiten und Der große Auftritt - verbinden wortgewandt wichtige Tipps, Informatives,wahre Begebenheiten, Peinliches und Witziges rund um das gesellschaftliche Zusammensein. Es ist aus dem Leben erzähltes Grundlagenwissen, welches ohne erhobenen Zeigefinger nachempfinden lässt, weshalb Does und Donts das Zusammenleben erleichtern. Doch auch hier gilt das alte Sprichwort: Übung macht den Meister.

Ein wertvolles Buch für alle, die vor lauter Individualismus in Gefahr geraten, die Achtung vor den normalen Mitmenschen zu verlieren. Aber ob diese sich zu der Lektüre des Buches herablassen, bleibt fraglich.

Weitere ISBN:
978-3-870-24581-8, 978-3-8702-4581-8
978-3-87024-581-8, 978-3870245818, 978-3-87-024581-8
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