Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein: Eine Erzählung
von André Heller - ISBN 9783100302090
Gebundene Ausgabe, 144 Seiten
Veröffentlichung Aug 2008 bei Fischer (S.), Frankfurt
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Autor: André Heller
ISBN 9783100302090
ISBN 3100302095 (alt)
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Kritik zu Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein: Eine Erzählung
Jesus und die 12 Apostel als Kettenraucher... vom 24.08.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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...und der Vatikan als große Tabaktrafik: so die Vorstellungen des 11jährigen Ich-Erzählers, wenn ihn sein - offensichtlich kettenrauchender - Präfekt (Erzieher) nächtens wieder einmal an den Schläfen streichelt. Dass eben dieser Präfekt (der "Leuchtturm") kurze Zeit später wegen Kindesmissbrauchs aus dem Internat entfernt und aus dem Jesuitenorden ausgeschlossen wird, macht den Jungen ratlos.
Neben diese Ratlosigkeit stört ihn am Internat Attweg ("Heimwehfestung"), in das ihn sein Vater steckte, vor allem das Wort "Sünde". Fast alles, was der (katholischen) Norm nicht entspricht, ist Sünde; träumen ist verboten.
Beendet wird dieses Martyrium, so empfindet es jedenfalls der Ich-Erzähler, als der Knabe seinem Zeichenlehrer ein Tuch mit Erbrochenem, das er hatte aufwischen müssen, ins Gesicht schleudert - und durch den Tod des Vaters. Die Mutter holt den Sohn wieder nach Hause...
Andre Hellers Buch nennt sich etwas kokett Erzählung; offensichtlich spielen aber die biografischen Elemente die Hauptrolle. Der Autor entstammt der wirtschaftlich sehr erfolgreichen "Zuckerldynastie" Heller (immerhin erfanden die Hellers das Dragee) - und noch heute sind die "Wiener Zuckerl" von Heller (auch wenn nur mehr die Marke, nicht aber mehr die Firma existiert), fast jedem Österreicher ein Begriff. Auch der Vater, der im Buch eine Hauptrolle spielt, scheint erfolgreich; nach der Testamentseröffnung sieht die Situation allerdings etwas anders aus...
Was das Kind allerdings von seinen Vorfahren vererbt bekommt, fasziniert an Andre Heller bis heute: die unheimliche Kreativität. Ob als Poet, Sänger oder Kulturmanager (zuletzt: "Africa, Africa"): immer entführt er die Menschen in eine Phantasiewelt, aus der man nicht so schnell wieder in die Realität zurück will.
So auch mit diesem schmalen Band, bei dessen Lektüre man oft hellauf lachen muss, aber auch an die tragischen Momente der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnert wird.
Höchste Leseempfehlung!
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