Zeichnen. Die neue große Schule: Grundlagen. Techniken. Motive
von Barrington Barber - ISBN 9783811220959
Taschenbuch, 208 Seiten
Veröffentlichung Dec 2001 bei Gondrom Verlag
Amazon-Verkaufsrang #2356
Bewertung 5.0/5.0 bei 9 Meinungen
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Autor: Barrington Barber
ISBN 9783811220959
ISBN 3811220950 (alt)
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Kritik zu Zeichnen. Die neue große Schule: Grundlagen. Techniken. Motive
Informativ, vielseitig und einsteigerfreundlich vom 02.04.2008
Bewertung: 5 von 5 Sternen
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Barrington Barber arbeitete nach seinem Studium für mehrere Werbeagenturen, bevor er sich als Grafiker selbstständig machte. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Lehrer und präsentierte viele seiner Werke bereits auf Ausstellungen.
Die deutsche Ausgabe ist 2002 im Gondrom Verlag erschienen und wurde aus dem Englischen von Dieter Krumbach übersetzt.
Es ist nicht schwierig, zeichnen zu lernen. Sogar recht einfach. Barber vergleicht dies mit dem Lesen und Schreiben im frühen Kindesalter. Ausdauer, Beobachtungsgabe und guter Wille sind Voraussetzungen. Seien sie besonders mit Korrekturen von Fehlern konsequent. Viele im Buch erklärten Übungen beschreiben essentielle Techniken, wie sie von Künstlern und Kunststudenten angewandt werden. Halten Sie sich daran und Sie werden bald sehr gut Zeichnen.
Erste Schritte
Im ersten von insgesamt acht Kapiteln erhalten wir Einblicke in die benötigten Materialien, um effektiv Zeichnen zu können. Vor -und Nachteile von Stiften, Papieren uva. werden erläutert. Weiterhin erfahren wir etwas über die korrekte Stifthaltung, das sachgerechte Arbeiten am Zeichenbrett oder der Staffelei.
In den ersten Übungen ist das Ziel die Schärfung der Augen für Linien und die ruhige Kontrolle der Hand, indem wir ein -und zweidimensionale, geometrische Formen zeichnen. Anschliessend wird dieses Wissen verwendet, um einfache, einzelne Objekte zu zeichnen. So auch das richtige Arrangement von Objekten nebeneinander. Wir sehen desweiteren die Wirkung von Objekten bei unterschiedlichem Lichteinfall. Verschiedene Arten der Schraffur werden gezeigt. Landschaften und Pflanzen sowie einfache Tierformen werden in mehreren Übungsschritten gezeichnet. Daran schliesst der Autor die Proportionen des menschlichen Körpers und des Kopfes an, wobei der Körper wiederum in einzelnen Schritten erstellt wird. Perspektive ist in diesem Abschnitt besonders wichtig.
Gegenstände zeichnen und Stilleben komponieren
Im zweiten Kapitel zeichnen wir verschiedenartige Objekte stets jeweils in drei Schritten: Konturen, Details, Licht -und Schattenwirkung. Dabei müssen auch Texturen und Reflektionen berücksichtigt werden. Einfaches Stilleben wird herausgearbeitet. Hiernach wird mit verschiedenen Stiftstärken aufgezeigt, wie man mit Variationen unterschiedlichsten Objekten den richtigen Kontrast verleihen kann. Es ist die Betrachtung und die Gestaltung des eigentlichen Stillebens. Die Anordnung und Dynamik, der Kontrast und die Grössenvariation werden in zahlreichen Themen für Stilleben näher beleuchtet. Auf Elemente, die im Stilleben einen charakteristischen Einfluss hinterlassen, wird ein Auge geworfen. Zuletzt runden diverse, grössere Motive im Vordergrund einer Umgebung das Thema ab.
Mehr zur Perspektive
Im dritten Kapitel thematisiert Barber anfangs perspektivische Ansichten. Wir wissen nun mehr über Fluchtpunkt, Augenpunkt und den dadurch erzeugten Effekt, indem wir uns Innenräume, Gebäude und Landschaftsbilder vornehmen. Korrekte Konstellationen zwischen horizontalen und vertikalen Objekten müssen genau berechnet werden. Desweiteren gibt es auch unregelmässige Perspektiven. Architektonische Bauwerke sind hier die grössere Herausforderung. Zum Schluss des Kapitels zeichnet der Studierende zur abschliessenden Übung einen kompletten Strassenzug.
Die Welt der Natur
Auch in der Natur wird nach dem Dreischritt-Muster vorgegangen. Umrisse, Details sowie Textur und Tönung werden bei mehreren Blüten herausgearbeitet. Wichtig ist, dass die Wirkung der Plastizität bedacht wird. Der Zeichner lernt Methoden kennen, wie er verschiedenste Blütenformen zeichnet. Darauffolgend stehen grosse Pflanzen im Mittelpunkt. Hier entwickelt man ein gutes Gefühl für Details. Es wird gezeigt, wie sich Bäume bei unterschiedlichem Lichteinfall verhalten. Komplexe Landschaftsbilder von Bäumen können verwirren. Besonders wichtig ist, dass man sich hier nicht akribisch an die Formengleichheit hält. Die Struktur ähnelt sich stets, darf aber variieren. Landschaften mit Wasserreflexionen sind das nächste Ziel. Anhand des Blickpunktes verändern wir die Gewichtung der Bildelemente. Bestimmte Zeichengeräte wie Feder und Tusche kommen jetzt hinzu. Damit betonen wir Klarheit, Einfachheit und markante, einprägsame Linien. Hauptelemente werden in stark vereinfachter Form erfasst. Am Ende wird eine Landschaft mit Feder, Tusche oder Kohle gezeichnet und verdeutlicht, mit welchem Gerät die einzelnen Elemente am geeignetsten zu erstellen sind. Angelangt am Schluss des Kapitels widmet sich der Autor dem Zeichnen von Tieren. Zuerst einfachere Lebewesen. Dabei ist leicht erkennbar, welche grundlegenden Merkmale bei verschiedenartigen es zwingend zu beachten gilt. Bei grösseren Tieren wird versucht, die Haupteigenschaften hervorzuheben und die Haltung des Tieres richtig einzufangen. Bereits erlernte Techniken werden hier angewandt. Wirklich schwierig gestaltet es sich aber erst, wenn wir versuchen, Tiere im realen Leben zu zeichnen. Hier kommt es weniger auf das Resultat an, als die Übung. Sobald das Lebewesen eine andere Bewegung beginnt, setzt mit dem Stift neu an und fährt so immer weiter.
Personen und Portraits
Das Figurenzeichnen von Menschen in natürlichen Posen. Zuerst werden die groben Umrisse gezeichnet. Im zweiten Schritt wird diese Skizze kopiert und der Körper dabei auf seine Grundformen reduziert. Die Technik zeigt uns, mit einfachen Linien die Stellung einer Person darzustellen, um später eine klare Struktur hineinzubringen. Nun kopiert der Schüler den zweiten Skizzensatz, um die Bewegungen der Person zu zeigen. Nachdem die Personenskizzen auf einfache Formen reduziert wurden, werden sie wieder aufgebaut, bis sie wieder die Formen der Ursprungsskizzen erreichen. Der umgekehrte Prozess. Man beginnt jetzt mit der letzten Skizze. Auch bei lebenden Motiven setzt man an, die einfachen Umrisse zu zeichnen. Den wichtisten Formen fügen wir anschliessend einige Details hinzu. Mittel sind Bleistift, Feder oder Zeichenkohle. Fotovorlagen von Posen eignen sich bei Bedarf sehr gut, um Differenzen und Ungenauigkeien aufzuzeigen. Einige hier gezeigte Details in Posen sind aufschlussreich. Im Aktzeichnen muss bei einer Bewegung die Dynamik beachtet sein, welche bestimmte Haltungen ausdrücken, ansonsten verhält es sich ähnlich. Mit Schattierungen werden die dreidimensionalen Effekte verdeutlicht. Nachfolgend konzentrieren wir uns auf einzelne Gliedmassen in unterschiedlichen Perspektiven, wobei wichtig ist, dass die Emotionalität der Gestik Ausdruck erhält. Der Kopf wird aus verschiedenen Entfernungen und Blickwinkeln betrachtet. Bei dem Kopf ist es unerlässlich, dass der Zeichner die Mittellinie von der Kopfoberseite durch die Augenmitte zieht, damit die Gesichtsform auf Anhieb getroffen werden kann. Vielfältige Übungen für unzählige Gesichtsausdrücke und deren Mimiken sind lehrreich. Anschliessend werden die Gesichtselemente im Einzelnen betrachtet. Strukturen und Charakteristika werden im Detail angeschaut. Kleidungsstücke erfordern etwas mehr Mühe. Sehr wichtig ist hier, zu wissen, wie sich Materialien verhalten. In zwei Schritten werden erstens die hauptsächlichen Linien des Motives gezeichnet. Die kleineren Falten nach den grösseren. Im zweiten Schritt beginnt man für die Textur des Stoffes mit den dunkelsten Stellen. Davon übergehend langsam ins hellere. Dabei sollen Übergänge fliessend aussehen. Gegen Ende dieses Kapitels wird das Gelernte in Verfeinerungsübungen wiederholt.
Komposition
In diesem Kapitel geht es um die Analyse von arrangierten Kompositionen. Meist Figuren auf engem Raum. Wie sich diese mit ihren Gesten oder Haltungen auf dem Bild miteinander in Interaktion befinden. Ausserdem erklärt uns der Autor, wie Atmosphäre oder physische Energie für den Betrachter spürbar gemacht wird und Bilder ein Eigenleben entwickeln. Weiterhin behandeln wir hier die Ausgewogenheiten von Kompositionen. Was man tun muss, um eine Balance zwischen Ruhe und Dramatik zu erzeugen. Desweiteren ist beschrieben, wie man kompositorisch einem Bild gezielt mit Emotionen Intensität verleihen kann, aber auch Distanz oder Ausgeschlossenheit. Mit Geometrie erzeugt der Künstler Harmonie in den Kompositionen. Nahe des Schlusses werden abstrakte und naturalistische Elemente in Kompositionen betrachtet. Die Schlussübung des Kapitels erläutert genau, wie man bei der Erstellung einer eigenen Komposition vorgehen sollte.
Techniken
Im letzten grossen Kapitel erfahren wir mehr über allgemeine Techniken. Von Linie und Tönung, dem Experimentieren mit Licht, der Erzeugung von dramatischen Bewegungen und dem Zeichnen genialer Einfachheiten.
Tipps für besseres Zeichnen
Wie der Titel schon verrät, legt uns hier der Autor wertvolle und naheliegende Tipps und Ratschläge aus eigener Erfahrung und Praktik ans Herz.
Jeder kann ein guter Zeichner werden, wenn er sich an die Anweisungen hält, viel Motivation und Geduld mitbringt. Lassen Sie sich von zeichnerischen Problemen nicht entmutigen. Versuchen Sie es zu lösen, dann finden Sie auch einen Weg, das nächstgrössere anzugehen. Genauigkeit und Konsequenz mit Korrekturen sind von grösster Bedeutung.
Fazit: Überaus informativ, vielseitig und sehr gut erklärt. Für Anfänger und leicht Fortgeschrittene gibt es wohl kein besseres Übungsbuch.
978-3-811-22095-9, 978-3-8112-2095-9
978-3-81122-095-9, 978-3811220959, 978-3-81-122095-9
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