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Fucking Berlin, Sonia Rossi


Klappentext:

Sie lebt in Berlin, studiert Mathematik, bringt morgens ihr Kind in die Kita und trifft sich am Wochenende mit Freunden. Eine normale junge Frau – auf den ersten Blick. Denn sie hat noch einen Job: Sie verkauft ihren Körper. Und sie sieht darin auch kein Problem.

Rezension:

Sonia Rossi schreibt in Ihrem Buch Fucking Berlin: Studentin und Teilzeit-Hure ehrlich und unverblümt über ihre Tätigkeit und ihre Erfahrungen als Freizeit-Hure. Sowohl Einzelheiten über die Intimitäten mit den verschiedenen Männern und deren Vorlieben und Macken sowie die moralischen Vorbehalte ihrerseits bringt die Autorin in ihrem Buch zum Ausdruck.

Auch die Gratwanderung zwischen dem Leben als Mathematik-Studentin und dem anderen Leben als Hure beschreibt sie eindrucksvoll und wirklichkeitsnah und welche Rolle das schell verdiente Geld dabei spielt. Die junge Italienerin finanzierte ihr Studium in Berlin mit diesem Job.
Sowohl Scham und moralische Bedenken als auch Sexpraktiken und der Ekel vor manchen Freiern kommen in diesem Buch zum Ausdruck. Ebenso gibt die Autorin Tipps für Männer und Frauen, was Erotik und Sexleben angeht. Prostitution und ganz normaler Alltag, der Job in einem Zimmer mit roter Bettwäsche und die Rolle als Mutter und Studentin werden gegenübergestellt.

Sonia Rossi bringt auch zum Ausdruck, dass nicht alle Frauen durch Zwangsprostitution zur Hure werden, sondern manche sich diesen Weg auch freiwillig aussuchen, um eine gewisse Zeit zu überbrücken. Ebenso vermittelt sie aber auch sehr glaubhaft die Tatsache, dass dieser Teil ihres Lebens in ihrem normalen Alltag nichts zu suchen hat und ihr privates Umfeld nichts davon ahnt.

Drastisch, wirklichkeitsnah und authentisch kommt die Ausdruckweise der Autorin rüber,
ohne Mitgefühl zu erhaschen oder die Tätigkeit als Hure ins rechte Licht rücken zu wollen.

Allerdings regt das Buch zum Nachdenken an, wenn jemand im Sozialstaat zu dieser Tätigkeit greift, weil das Studium nicht anders finanzierbar scheint. Sogar der Stolz des bisher Erreichten und die Aussicht auf eine abgeschlossene Ausbildung sowie der erfolgreiche Ausstieg aus diesem Gewerbe klingen an.
Sei es nun ein schmuddeliges Buch oder eine wirklichkeitsnahe Schilderung, ihre Leser wird Sonia Rossi auf jeden Fall finden.

Abgelegt in: Buchvorstellung Kommentare(0) September 2008

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