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Pforten der Nacht, Brigitte Riebe


Köln im Jahre 1338. Als Kinder schworen sie sich ewige Freundschaft: Esra, Neffe eines Rabbiners, und Johannes, Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns. Beide begehren gegen ihre Familien auf. Esra wehrt sich gegen die engen Fesseln des Ghettos, Johannes will Mönch werden. Aber die Freundschaft droht zu scheitern – denn beide kämpfen um die Liebe derselben Frau.

Das Buch „Pforten der Nacht“ von Brigitte Riebe spielt im 14. Jahrhundert in der Stadt Köln.
Es ist ein historischer Roman über drei Freunde aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Religionsgemeinschaften, die nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander sein können.

Religiöse Hintergründe

Anna, Tochter eines Färbermeisters, Johannes, Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie und der Jude Esra schwören sich ewige Blutsfreundschaft. Die Schicksale dieser drei Menschen leiten als roter Pfaden durch die Geschichte. Johannes soll gegen seinen Willen nach Italien gehen, Anna will sich nicht mehr von ihrer Stiefmutter ausbeuten lassen und Esra lehnt sich gegen den jüdischen Glauben auf.
Und als ob dies nicht genug wäre, breitet sich die in Europa Schwarze Pest aus.
Für diese Seuche mussten damals die Juden als Sündenbock herhalten. Eindringlich und mitfühlend werden die daraus resultierenden Anfänge der Judenverfolgung im Deutschland geschildert.

Anhand der drei Haupt- und zahlreicher Nebenfiguren zeigt die stilgewandte Historikerin Brigitte Riebe ein buntes Bild des mittelalterlichen Kölns in den Zeiten der großen Pest, wobei sie die dunklen und schmerzlichen Aspekte des damaligen Lebens ernsthaft und berührend darstellt.

Hass, Liebe und Intriegen

Brigitte Riebe hat einen spannenden, glaubwürdigen Roman mit vielschichtig erzählten Figuren geschrieben, der mich begeistert hat. Ich hab mit den Figuren des Romans mitgefühlt, mitgelitten, mitgehofft, und mich von Hass, Liebe und Intrigen mitreißen lassen. Die Schicksale von Anna, Ezra und Johannes fesseln und berühren. Durch das Zusammenspiel von Geschichte, Krimi und der Sozialgeschichte Kölns ist das Buch unheimlich vielseitig und besonders interessant.

Außerdem fällt das Nachwort positiv auf, das den Roman in den historischen Kontext stellt und weitere Aufschlüsse gibt. Das Buch ist also auf jeden Fall lesenswert.

Abgelegt in: Buchvorstellung Kommentare(0) Dezember 2008

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