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Generation Doof, Anne Bonner
Niklas glaubt, der Dreisatz wäre eine olympische Disziplin. Latoya kennt drei skandinavische Länder: Schweden, Holland und Nordpol. Und Tamara-Michelle hält den Bundestag für einen Feiertag. Einzelfälle? Mitnichten. Eine ganze Generation scheint zu verblöden.
Eines kann man über dieses Buch sagen: man ist hinterher auf jeden Fall schlauer als vor der Lektüre. Das Buch „Generation Doof – Wie blöd sind wir eigentlich?“ von Anne Bonner zeigt auf humorvolle Art und Weise wie weit die Auswirkungen der Pisa-Studie bereits reichen und wie tief die Wissenslücken in der Bevölkerung verwurzelt sind und zugelassen werden.
Tragische Wissenslücken
Es ist kein Fachwissen, das den Menschen fehlt – es ist elementares Wissen, was nicht vorhanden ist. Sei es, dass jemand nicht weiß, wo man Berlin auf der Landkarte findet, obwohl er selbst in Berlin wohnt. Sei es, dass die Jugend sich keine Gedanken um die Zukunft macht, es sei denn, sie hat was mit Reichtum und Berühmtheit unserer Gesellschaft zu tun. Nachdenken? Fehlanzeige.
Genau darum geht es bei der Generation Doof: sie wissen nichts oder zumindest nicht viel und können meist noch viel weniger – und wollen alles. Tragisch ist in diesem Zusammenhang nur (und das wird in diesem Buch mehr als deutlich), dass sich niemand für die eigene Dummheit schämt, diese sogar pflegt und in dem einen oder anderen Fall sogar als soziale Tugend stilisiert.
Wahre Geschichten
Fatalerweise sind die Geschichten nicht erfunden. Es wäre schön, wenn man sich damit trösten könnte. Die Begebenheiten, die in dem Buch geschildert werden, sind genauso passiert. Und vielleicht eben deshalb genauso amüsant wie erschrecken – auf jeden Fall mehr als unterhaltsam und lesenswert. Wer dieses Buch zur Hand nimmt, wird es kaum mehr aus der Hand legen: zu neugierig wird man darauf, wie weit die Dummheit in Deutschland wohl schon gediehen ist.
